Organisationen und digitale Technologien

Datum u. Ort

06.09.2018 - 15:15 bis 18:45

max. Teilnehmer*innen: 90

Raum: E1

Referent*innen

- Christian Helbig M.A.
- Jun.-Prof.'in Dr. Sandra Hofhues
- Maike Altenrath
- Dr. Daniela Böhringer
- Dr. Roland Schöttler
- Prof. Dr. Michael Schemmann
- Dr. Sascha Koch
- Prof. Dr. Udo Seelmeyer

Über die Referent*innen:

− Christian Helbig, M.A. (Universität zu Köln) und Jun.-Prof.'in Dr., Sandra Hofhues (Universität zu Köln) zu „Fokus digitale Technologien der Sozialen Arbeit. Welche Phänomene und Dimensionen der Mediatisierung zeigen sich in der Sozialen Arbeit und in Bildungsorganisationen?“
− Dr. Daniela Böhringer (Universität Osnabrück) zu „Fokus Bearbeitung digitaler Ungleichheiten“
− Maike Altenrath (Universität zu Köln)
− Dr. Roland Schöttler (Bodelschwinghsche Stiftungen, Bielefeld) zu „Fokus Digitalisierung als Innovationstreiber in der Sozialen Arbeit. Welche Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung als Innvotationstreiber zeigen sich in Sozialunternehmen? Welche Erfolgskriterien für digitale Innovationen lassen sich identifizieren?“
− Prof. Dr. Michael Schemmann (Universität zu Köln) und Dr. Sascha Koch (Bochum) zu „Fokus Handeln und Organisation unter den Vorzeichen der Digitalisierung. Welche Reflexionsmöglichkeiten bieten organisationssoziologische Perspektiven auf soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen in einer digitalen Kultur für die Soziale Arbeit?“
− Prof. Dr. Udo Seelmeyer – Zusammenfassung und Kommentar der Beiträge − Paneldiskussion zu ‚blinden Flecken’ der Professionalisierung einer digital-vernetzten Sozialen Arbeit (Hofhues, Welling, Schöttler, Schemmann, Koch; Moderation: Helbig) (ca. 50 Min.)

Form

Panel

Panel mit vier Impulsvorträgen á 30 Min., einer kurzen Zusammenfassung und Kommentierung der Beiträge und anschließender ca. 50-minütiger Diskussion (Workshop über zwei AG-Phasen)

Thema

Fachlichkeit – Kooperation – Selbstverständnis: Soziale Arbeit praktiziert

Schlagworte

Digitalisierung

Digitale Handlungspraktiken in vielen Bereichen der Gesellschaft stellen Organisationen, Professionelle, Aufgabendefinitionen und fachliche Handlungslogiken der Sozialen Arbeit vor die Herausforderung, digitale Technologien zu (er)kennen und sie vor dem Hintergrund fachlicher Überlegungen sowie ihrer Potenziale und Risiken auszuwählen und zu gestalten. Deshalb widmet sich das vorliegende Panel dem Verhältnis von Organisationen und digitalen Technologien im Kontext Sozialer Arbeit. Auf der Subjektebene ist erstens festzuhalten, dass die versierte Nutzung von Medien gesellschaftliche Teilhabechancen durch Zugang zu Bildungs-, Artikulations-, Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten fördern kann, während wenig versierte Nutzung auf Seiten vulnerabler Gruppen zur Reproduktion und Verstärkung von Ausgrenzungstendenzen führen kann. Für Organisationen ist ‚fehlende Medienbildung’ nicht zuletzt von Bedeutung, da Bildungs-, Beratungs- und Hilfeangebote zunehmend mit digitalen Strukturen verknüpft werden. Darin werden Zugangsmöglichkeiten und -barrieren neu verhandelt. Zweitens stellen sich Arbeits- und Infrastrukturen von Organisationen der Sozialen Arbeit heute selbst digital dar, wenn z.B. Kommunikation ins Internet verlagert wird oder Software zur Speicherung von Klient*innendaten und zur Diagnostik herangezogen werden. Einrichtungen und Organisationen Sozialer Arbeit stehen somit vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen sowohl Fachkräfte im fachbezogenen Umgang mit digitalen Technologien schulen als auch nachhaltige, organisationale Konzepte und Strategien zur Implementierung digitaler Arbeits- und Infrastrukturen entwickeln. Es zeigt sich aber auch, dass sich bislang unbearbeitete Themen auf Ebene der Professionsentwicklung eröffnen. So ist z.B. zu diskutieren, welche Bedeutung Digitalisierung als Innovationstreiber in Sozialunternehmen einnimmt oder welche Rolle eine digital vernetzte Soziale Arbeit bei der Bearbeitung der Stigmatisierungen und Benachteiligungen von Menschen durch die Erhebung, Verknüpfung und Auswertung von digitalen Daten spielt? Das Panel nimmt die Herausforderungen im Zusammenspiel von Fachlichkeit, Organisationsentwicklung und digitalen Technologien in der Sozialen Arbeit aus Perspektive der Wissenschaft und Praxis auf. Gemeinsam werden (Forschungs- und Gestaltungs-)Fragen gestellt, die in vier Impulsvorträgen und einer zusammenführenden Diskussion bearbeitet werden. Ziel des Panels ist es, sowohl das Feld der Mediatisierung von Organisationen Sozialer Arbeit in der Breite aufzuzeigen als auch aus interdisziplinären Perspektiven in den Blick zu nehmen bzw. diese in der Diskussion zusammenzuführen. Dadurch werden die Erkenntnisse zur Mediatisierung Sozialer Arbeit in die theoretischen und praktischen Diskurse zurückgeführt.