Dekolonialisierung als Herausforderung für die Sozialarbeitsausbildung im „Globalen Norden“

Datum u. Ort

06.09.2018 - 09:15 bis 10:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: C3

Referent*innen

- Prof.'in Cornelia Giebeler
- Sandra Holtgreve

Über die Referent*innen:

− Cornelia Giebeler, (Professorin für Sozial- und erziehungswissenschaftliche Theorien und Methoden, Schwerpunkt Lateinamerika, FH Bielefeld)
− Sandra Holtgreve (Doktorandin im Graduiertenkolleg Weltpolitik, Schwerpunkt Lateinamerika, Universität Bielefeld)

Form

Workshop

Workshop 1,5-stündig

Thema

Bildung – Qualifizierung – Wissensproduktion: Soziale Arbeit lernt

Schlagworte

Globalisierung | Dekolonialisierung

In der Sozialarbeitsausbildung stellt der professionelle Umgang mit Folgen der Globalisierung eine Herausforderung dar. Studierende müssen auf Konflikte vorbereitet werden, die bedingt durch Diversität, Rassismus, Migration, internationale Zusammenarbeit und eine zunehmende Neoliberalisierung des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystems vorbereitet werden. Der Ansatz der Dekolonialisierung bietet hier insofern neue Möglichkeiten, als hier der Ursprung sozialer Problemlagen und nicht die Phänomene selbst zu ihrem Ausgangspunkt gemacht werden. Hier werden die Ordnungen hinterfragt, die diese Folgen produzieren. Sie bestimmen Lebenswelten und Alltag im „Globalen Norden“ ebenso wie in ehemals kolonisierten Ländern. Modern/koloniale Strukturen sind vergleichbar mit einer professionellen Zwangsjacke, die Sozialarbeiter*Innen auf der Suche nach professionellen Antworten einschränken, weil sie eine Monokultur von Wissen, Intersubjektivität, Handeln und Sozialstrukturen befördern. Dekolonialisierung als Prozess der Befreiung von diesen Strukturen der Kolonialität und der Mainstream-Wissenskulturen ermöglicht, soziale Problemlagen und Interventionsstrategien aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und eigene modern/koloniale Handlungsformen kritisch zu reflektieren. Im Workshop möchten wir deshalb Dekolonialisierung als Strategie für die Soziale Arbeit diskutieren und ihre Potentiale und Grenzen als Inhalt für die Sozialarbeitsausbildung betrachten. Dabei geben wir Inputs aus eigenen Arbeiten zum Thema.