Das Bundesteilhabegesetz und seine Relevanz für die Soziale Arbeit für behinderte Menschen

Datum u. Ort

06.09.2018 - 09:15 bis 12:45

max. Teilnehmer*innen: 54

Raum: B243

Referent*innen

- Dr. Yvonne Kahl
- Prof. Dr. Dieter Röh
- Prof. Dr. Stephan Dettmers
- Prof. Dr. Christian Huppert

Über die Referent*innen:

− Dr. Yvonne Kahl, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, berufene Professorin für Soziale Arbeit/Sozialraumorientierung
− Prof. Dr. Dieter Röh, HAW Hamburg, Professor für Wissenschaft der Sozialen Arbeit
− Prof. Dr. Stephan Dettmers, Fachhochschule Kiel, Professor für Klinische Sozialarbeit
− Prof. Dr. Christian Huppert, Fachhochschule Bielefeld, Professor für Sozialarbeitswissenschaften mit dem Schwerpunkt Behinderung und Inklusion

Form

Workshop

Workshop über zwei AG-Phasen. Vier Vorträge incl. Nachfragen mit je 30 Minuten plus abschließend 60 Minuten vertiefende Diskussion mit den Teilnehmenden.

Thema

Lebensform – Differenzen – Fallkonstruktion: Soziale Arbeit normalisiert

Schlagworte

Teilhabe

Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Leistungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen aus dem System der Fürsorge herauszulösen und zu einem modernen Teilhaberecht weiterzuentwickeln. In einem ersten Schritt wird von Christian Huppert erörtert, inwiefern die neuen gesetzlichen Regelungen das Potenzial haben, wirksam erlebte Teilhabe für behinderte Menschen zu ermöglichen. Neben einem Blick auf den Gesetzgebungsprozess werden einzelne Regelungen kritisch überprüft auf solche Chancen und mögliche Begrenzungen. Dieter Röh lenkt den Blick auf Professionalitäts- und Professionalisierungsfragen, die sich aus dem BTHG ergeben. Neue fachliche Anforderungen an die Teilhabeplanung, der Anspruch einer Lebenswelt- und Sozialraumorientierung sowie ein damit verbundenes und verändertes Fachkräfteverständnis stellen hohe Ansprüche an die Ausgestaltung von Prozessen und Leistungen. Einen vertieften Blick auf die Sozialraumorientierung im Feld der Sozialpsychiatrie wirft Yvonne Kahl. Insbesondere angesichts einer auch weiterhin auf personenbezogene Leistungen fokussierte rechtliche Ausgestaltung bleibt eine einzelfallunspezifische und auf den Sozialraum bezogene Leistungserbringung eine weitgehend zusätzliche und besonders notwendige Aufgabe zur Ermöglichung von Teilhabe. Stephan Dettmers stellt die Klinische Sozialarbeit in den Mittelpunkt und sieht deren Potenzial in ihrem biopsychosozialen Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Die Optimierung sozialer Teilhabe ist ein wesentliches Ziel, das unter Nutzung der Person-in-Environment-Perspektive und dem Einbezug der subjektiven Sichtweise der beeinträchtigten Menschen und deren Angehörigen gestaltet werden kann. Zielperspektive der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe aus der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet vorrangig den Staat, aber eben auch Organisationen und stellt sich als gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Im Rahmen des Workshops soll der Frage nachgegangen werden, welche Relevanz das BTHG für die Soziale Arbeit für behinderte Menschen erlangt bzw. erlangen wird. Im Anschluss an die unterschiedlichen Beiträge bleibt ausreichend Zeit für Diskussion und weitergehende Positionierungen im Dialog.