Einzelbeitragsforum zu Ökonomisierung und Standardisierung Sozialer Arbeit

Datum u. Ort

06.09.2018 - 09:15 bis 10:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: C2

Referent*innen

- Thea-Maria Caputo
- Dr. Sylvia Kühne
- Dr. Christina Schlepper

Über die Referent*innen:

1. Einzelbeitrag − Thea-Maria Caputo, Hochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen
2. Einzelbeitrag − Dr. Sylvia Kühne, Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, Universität Duisburg-Essen
− Dr. Christina Schlepper, Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, Universität Duisburg-Essen

Form

Einzelbeitragsforum

Einzelbeitragsforum

Thema

Planung – Steuerung – Kontrolle: Soziale Arbeit verwaltet

Schlagworte

Sozialpsychiatrie | Kinder- und Jugendhilfe | Professionalität | Organisation | Ethnografie | Beratung

1. Einzelbeitrag - Caputo. Bedeutung ökonomischer Rahmenbedingungen in der Professionalisierung psychosozialer Beratung. Befragung von Leiter*innen Sozialpsychiatrischer Dienste in Bayern und Hessen: Die Professionalisierung psychosozialer Beratung stellt im wissenschaftlichen Beratungsdiskurs ein zentrales Thema dar. Insbesondere die ökonomische Ausrichtung psychosozialer Beratung spielt dabei eine Rolle. Diese zeigt sich etwa in den Anforderungsprofilen von Beratungsstellen (z.B. Service- und Qualitätsanforderungen der Mitarbeiter*innen im Rahmen effizienter und effektiver Arbeitsmodelle). Beratungsstellen, die an die sozialpsychiatrische Versorgung und an sozialpolitische Anforderungen gebunden sind und ferner professionelle Beratungsarbeit leisten, stellen Sozialpsychiatrische Dienste dar. Sie dienen der Dissertation als Untersuchungsobjekte. Welcher ökonomischen Logik und welchen Professionalisierungsmustern psychosoziale Beratung in Sozialpsychiatrischen Diensten (SpDis) folgt, ist noch weitgehend unerforscht und wird im Rahmen der Dissertation beleuchtet. Die vorgestellte Ausarbeitung des Dissertationsprojekts umfasst a) das methodische Vorgehen des Promotionsprojekts und die Vorstellung erster Hinweise auf die ökonomisch orientierte und professionalisierte Beratungsarbeit in Sozialpsychiatrischen Diensten in Bayern und Hessen und b) erste Ergebnisse. Insgesamt werden die Einschätzungen von ca. 30 Leiter*innen in SpDis in Bayern und ca. 15 Leiter*innen in SpDis in Hessen mittels Expert*inneninterviews und Fragebögen erfasst. Dabei soll sowohl über das ökonomische Denken und Handeln (ökonomisches Denken und Handeln im Sinne einer Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der Deckung des menschlichen Bedarfs dienen) der leitenden Akteur*innen als auch über deren Professionalisierungsverständnis Aufschluss gegeben werden. Ferner soll erhoben werden, ob und inwiefern ökonomische Rahmensetzungen die Professionalisierung psychosozialer Beratung beeinflusst. Nachdem eine Reihe von Interviews durchgeführt und Fragebögen erhoben wurden, zeichnen sich erste Tendenzen von typischen Einschätzungen und Handlungsmustern ab: Die ersten Auswertungen geben Hinweise darauf, dass ein Teil der leitenden Akteur*innen eine Professionalisierung psychosozialer Beratung erlebt, ein anderer Teil sieht eine gleichbleibende, hohe Professionalität der Einrichtung von Anfang an. Des Weiteren erleben leitende Akteur*innen der SpDis die ökonomischen Rahmensetzungen als nur marginal beeinflussend aufgrund ihrer lokalen Monopolstellung und ihrer Ausgliederung aus dem Leistungswettbewerb. Entgegen dieser ersten Einschätzungen der leitenden Akteur*innen benennen sie bei der Exploration von Merkmalen zur Professionalisierung von Beratung insbesondere Begriffe, die im Diskurs über ökonomische Rahmenbedingungen sozialer Dienste eine Rolle spielen. Die differenzierte Ausführung erster Ergebnisse, typischer Einschätzungen und Hinweise soll im Vortrag erfolgen.

2. Einzelbeitrag - Kühne/Schlepper. „Meine Aufgabe ist, einen Bericht zu schreiben“ Akten, Berichte, Formulare sowie seit geraumer Zeit auch Risikoeinschätzungsbögen und Fachsoftware stellen Instrumente der professionellen Praxis in zahlreichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit dar. In unserem Vortrag möchten wir der Frage nachgehen, wie solche Instrumente Interaktionen zwischen Fachkräften Sozialer Arbeit und ihren Adressat_innen beeinflussen. Dabei stützen wir uns auf empirisches Material, welches wir im Rahmen des ethnographisch angelegten DFG-Projektes „Vergleichende Replikationsstudie: Die sanften Kontrolleure“ in Einrichtungen der Jugendgerichtshilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe erhoben haben.