Einzelbeitragsforum Wissensproduktion in Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit

Datum u. Ort

06.09.2018 - 11:15 bis 12:45

max. Teilnehmer*innen: 20

Raum: B242

Referent*innen

- Yvonne Rubin
- Dr. Stefan Eberitzsch

Über die Referent*innen:

1. Einzelbeitrag − Yvonne Rubin, Hochschule Fulda Fachbereich Sozialwesen
2. Einzelbeitrag − Dr. Stefan Eberitzsch, Dozent und Projektleiter an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft ZHAW, Institut für Kindheit, Jugend und Familie.

Form

Einzelbeitragsforum

Einzelbeitragsforum

Thema

Bildung – Qualifizierung – Wissensproduktion: Soziale Arbeit lernt

Schlagworte

Theorie-Praxis-Transfer | Fachliche Kooperation | Partizipation | Empirie | Bildung

1. Einzelbeitrag - Rubin: Wissensproduktion in der Sozialen Arbeit durch partizipative Forschung: Am Beispiel des Forschungsprojektes ‚BUSLAR – Bürgerhilfevereine und Sozialgenossenschaften als Partner der öffentlichen Daseinsvorsorge und Pflege‘ wird partizipative Forschung sowohl als Form zur Wissensproduktion als auch als Zugangsmöglichkeit zu Bedürfnissen von Adressat*innen skizziert: Im Rahmen des partizipativ angelegten Forschungsprojektes wurden Bedürfnisse von Bewohnenden in ländlichen Regionen rekonstruiert. Innerhalb sog. Zukunftscafés (einer an den Phasen einer Zukunftswerkstatt orientierten Gruppendiskussion) wurden für die Bewohner*innen relevante Themen diskutiert und anschließend an die Auswertung der Daten dieser Zukunftscafés wurden die vorläufigen Ergebnisse an die Teilnehmenden dieser sog. ‚Bedürfnisanalyse‘ zurückgekoppelt. In dem geplanten Beitrag wird das Spannungsfeld zwischen den Themen der Bewohner*innen als an der Forschung Beteiligte und den Themen der Wissenschaftler*innen deutlich: Während sich die Interessen der Bewohnenden auf ihre – mitunter als unveränderbar wahrgenommene – Lebenswelt beziehen, gilt das Interesse des Forschungsteams einen darüberhinausgehenden theoretischen Erkenntnisgewinn zu generieren. Diese korrelierenden Interessen werden in Bezug auf ihre Vereinbarkeit diskutiert, was die Frage nach sich zieht, welches ‚Wissen‘ – in Bezug auf Deutungsmacht – zur Geltung gelangt.
2. Einzelbeitrag - Eberitzsch: Dialogische Wissensentwicklung zwischen Wissenschaft und Praxis - WiF.swiss eine Wissenslandschaft zur Heimunterbringung: Die Grundsatzfrage danach, wie wissenschaftliches Wissen in sozialer Praxis wirksam werden kann, hat an Dringlichkeit gewonnen. So ist die Wissenschaft Soziale Arbeit vermehrt angefragt darzulegen, wie ihre empirischen Erkenntnisse soziale Innovationen in der Praxis hervorbringen können. Zwar ist ein enger Bezug der Wissenschaft Soziale Arbeit zur Profession sowie deren Handlungsfelder ein grundlegendes Merkmal der Disziplin. Doch scheint es nun verstärkt darum zu gehen, Ansätze zu entwickeln, die im Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis neue Wissens- und Handlungsformen ermöglichen. Hier beschreitet das Entwicklungsprojekt WiF.swiss neue Wege im Feld der stationären HzE: mit Blick auf die Frage danach, wie bestehende Wissensformen wirksam werden können, wurde in diesem Projekt das Konzept einer «Dialogischen Wissensentwicklung» zwischen Praxis und Wissenschaft entwickelt und umgesetzt. Dieses Konzept sieht vor, dass Erkenntnisse in einem umfassenden Dialog gemeinsam bewertet, übersetzt und handlungsorientiert weiterentwickelt werden (vgl. Eberitzsch, Gabriel, Keller 2017). In diesem Vorhaben fliessen sowohl Aspekte von Forschung, Entwicklung aber auch die Erprobung digitaler Formen der Wissensproduktion und -dissemination zusammen. Konkret werden auf der Wissensplattform www.wif.swiss für Fachkräfte Orientierungen und Reflexionsfragen zur Qualitätsweiterentwicklung und Haltungsreflexion in Fremdplatzierungsprozessen visualisiert und zur Diskussion gestellt. Integraler Teil der Web-Plattform sind Möglichkeiten des direkten Feedbacks, das als Grundlage zur Weiterentwicklung der Inhalte dient. Weiterhin hat sich rund um das Projekt eine „WiF-Community“ formiert, die zum Informationsaustausch, für das Arbeiten in Workshops sowie bei Tagungen zusammenfindet. Vor diesem Hintergrund fragt der Beitrag kritisch danach, wie dem fachlich Dialog mehr Anerkennung und allenfalls auch durch Nutzung digitaler Medien, mehr Raum und Zeit verschafft werden kann.