Einzelbeitragsforum Soziale Arbeit in der Praxis

Datum u. Ort

06.09.2018 - 11:15 bis 12:45

max. Teilnehmer*innen: 16

Raum: C232

Referent*innen

- Daniela Molnar
- Prof. Dr. Martin Klein

Über die Referent*innen:

1. Einzelbeitrag − Daniela Molnar, Universität Siegen/ ZPE (Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste)
2. Einzelbeitrag − Prof. Dr. Martin Klein, Prorektor der Katholischen Hochschule NRW, Professor für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit

Form

Einzelbeitragsforum

Einzelbeitragsforum

Thema

Solidarität – Gerechtigkeit – Emanzipation: Soziale Arbeit mischt sich ein

Schlagworte

Digitalisierung | Suchthilfe

1. Einzelbeitrag - Molnar
Der ‚Wert‘ der niedrigschwelligen Drogenhilfe und ihrer Mitarbeiter*innen:

Das Arbeitsfeld der niedrigschwelligen Drogenhilfe gilt als komplex und anforderungsintensiv. Die Manifestation gesellschaftlicher Vorstellungen des ‚richtigen/ falschen‘ Lebens in rechtlichen Vorgaben, der Normalisierungsauftrag, eingebettet in asymmetrische Verhältnisse, u.a.m. führen zu einer Arbeitssituation, die vielfach von Konflikten und Spannungsfeldern dominiert ist, für welche nicht in ausreichendem Maß Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Dies ist jedoch kein Spezifikum niedrigschwelliger Drogenhilfe: Die je Arbeitsfeld spezifische Situierung bedingt bestimmte, der Sozialen Arbeit generell innewohnende Widerspruchsfelder. Die niedrigschwellige Drogenhilfe kann aufgrund ihrer Position am gesellschaftlichen (und rechtlichen) ‚Grenzbereich‘ als Kristallisationspunkt vieler dieser inhärenten Dilemmata betrachtet werden. Die Arbeitsbedingungen, die Mitarbeiter*innen erleben, können als Merkmal dafür genommen werden, welcher Sozialen Arbeit welcher Wert beigemessen wird.

2. Einzelbeitrag - Klein
Digitale Kooperation mit Adressat*innen? Möglichkeiten und Grenzen der praktischen Sozialen Arbeit:

Wir erleben es in der Praxis der Sozialen Arbeit leider immer häufiger, dass Kommunikation mit den Adressat`*innen über What's app, Email oder SMS stattfindet. Sensibelste Daten, wie z.B. Erziehungsfähigkeitsgutachten werden über Medien transportiert, die alles andere als Daten schützen. Es gehört zum Selbstverständnis Sozialer Arbeit, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu gewährleisten. Dieses Prinzip wird aber im Zuge der Digitalisierung ignoriert, verdrängt. Es geht um eine Einführung in das Thema, um Handlungsempfehlungen, konkrete Vorschläge und Diskussion über die Frage, wie auf der Grundlage des Selbstverständnisses Sozialer Arbeit eine sinnvolle Kooperation im digitalen Zeitalter ermöglicht werden kann ohne die Fachlichkeit zu ignorieren.