Einzelbeitragsforum zu inklusiver Bildung

Datum u. Ort

06.09.2018 - 15:15 bis 16:45

max. Teilnehmer*innen: 16

Raum: C232

Referent*innen

- Dr. Julia Brunner
- Kathrin te Poel

Über die Referent*innen:

1. Einzelbeitrag − Dr. Julia Brunner, Hochschule Fulda
2. Einzelbeitrag − Kathrin te Poel, Universität Bielefeld, Erziehungswissenschaft & Universität Kassel, Sozialwissenschaften

Form

Einzelbeitragsforum

Einzelbeitragsforum

Thema

Lebensform – Differenzen – Fallkonstruktion: Soziale Arbeit normalisiert

Schlagworte

Teilhabe | Inklusion | Frühe Hilfen | Fachliche Kooperation | Schulsozialarbeit

1. Einzelbeitrag - Brunner. Handlungsorientierungen im Kontext einer inklusiven Bildung: Insbesondere durch die Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) von Deutschland im Jahr 2009 sind außerschulische Bildungsinstitutionen, wie die Kindertageseinrichtungen, verpflichtet, sich hinsichtlich einer inklusiven Bildung auszurichten. Die Erkenntnisse einer explorativen, qualitativ-rekonstruktiven, empirischen Studie mit frühpädagogischen Fachkräften zeigen u.a., dass die rekonstruierten Handlungsorientierungen jegliches professionelle, pädagogische Handeln in der Praxis prägen und so auf die Förderung von Teilhabe im Kontext einer inklusiven Bildung einen entscheidenden Einfluss haben. Auf der Grundlage der Handlungsorientierungen werden Perspektiven auf ‚Kind-Sein‘ bestimmt, Normbilder bzw. Erwartungen an Verhalten von Kindern erzeugt, pädagogische Handlungsweisen gestaltet und mitunter Differenzen re- und produziert. Im Zusammenhang mit der Frage nach Fachlichkeit und Selbstverständnis in der Praxis der Sozialen Arbeit bietet die Studie einen interessanten Einblick.
2. Einzelbeitrag - te Poel. Zwischen Fördern und Unterricht? Zur Rolle von Schulsozialarbeit in der inklusiven Schule: Mit dem Ausbau des inklusiven Bildungssystems gehen verstärkt Prozesse der interprofessionellen Zusammenarbeit im Kontext Schule einher. Teamsitzungen und auch die alltägliche schulische Praxis werden dadurch zum Ort einer oftmals latent bleibenden Aushandlung von Zuständigkeiten und Rollen zwischen Sozialpädagog_innen, Sonderpädagog_innen und Regelschullehrkräften. Mit Blick auf die Schulsozialarbeit stellt sich die Frage, wo und wie sich diese gegenüber den anderen Professionen verortet bzw. verortet wird. Mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler als Zielgruppe von Schule stellt sich die weitere Frage, wie die unterschiedlichen Professionellen interaktiv-gemeinsam Fälle konstituieren und welche professionsspezifischen wie interprofessionell-gemeinsamen Praktiken der Fallkonstitution und Adressierung dabei sichtbar werden. Der Vortrag gibt anhand von objektiv-hermeneutisch ausgewerteten Gesprächs- und Interviewsequenzen, die um ethnographische Daten ergänzt werden, Einblick in diese Prozesse.