Einzelbeitragsforum zu demokratischer Orientierung in der Sozialen Arbeit sowie Partizipation als Beitrag zur Prävention sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Datum u. Ort

06.09.2018 - 17:15 bis 18:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: B1

Referent*innen

- Dr. phil. Christa Paul
- Dr. phil. Patrick Oehler

Über die Referent*innen:

1. Einzelbeitrag − Dr. phil. Christa Paul, Diplom Sozialpädagogin, Autorin, Hamburg, langjährig tätig in den Arbeitsbereichen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend sowie Gewalt gegen Frauen

2. Einzelbeitrag − Dr. phil. Patrick Oehler, M.A. Community Development, dipl. Sozialpädagoge FH, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung in Basel, Forschungsschwerpunkte u.a.: Demokratie und Soziale Arbeit, Pragmatismus, Professionstheorien, Soziale Arbeit und Stadtentwicklung

Form

Einzelbeitragsforum

Einzelbeitragsforum

Thema

Programmatiken – Neuregulierung – demokratische Beteiligung: Soziale Arbeit politisch

Schlagworte

Professionalität | Politik | Soziale Bewegungen | Prävention | Kinder- und Jugendschutz | Kinder- und Jugendhilfe | Partizipation | Sexualpädagogik | Empirie

1. Einzelbeitrag - Paul. Partizipation als Beitrag zur Prävention sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend: Bei der Prävention von sexualisierter Gewalt gegenüber Mädchen und Jungen werden auch partizipative Ansätze verfolgt. Partizipation in der sozialen und pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen soll dazu beitragen, das Ausmaß sexualisierter Gewalt gegenüber Heranwachsenden zu verringern. Dabei wird angenommen, Partizipation habe diese Wirkung, weil Kinder und Jugendliche durch eine partizipative Haltung innerhalb von Einrichtungen erfahren, dass ihre Meinung bedeutsam ist und berücksichtigt wird. Als präventiv gilt auch ein besseres Vertrauensverhältnis von Mädchen und Jungen zu pädagogischen Fachkräften, das sich als Folge partizipativer Programme entwickeln kann. Vertrauen brauchen Kinder und Jugendliche im Fall von sexualisierter Gewalt bzw. sexuellen Übergriffen oder sich anbahnender Gewalt, um sich Hilfe suchend an Pädagog_innen wenden zu können. Aufgrund dieser Annahmen wird Partizipation in sogenannten Schutzkonzepten gemäß Bundeskinderschutzgesetz regelmäßig erwähnt. In dem Beitrag sollen allgemeine Überlegungen zur Partizipation in der Kinder- und Jugendarbeit erläutert und Beispiele für deren Berücksichtigung in Schutzkonzepten vorgestellt werden. Die Möglichkeiten und Grenzen von Partizipation sollen kritisch dargestellt werden. Gefragt werden soll danach, ob es Inhalte, Formen und Strukturen von Partizipation gibt, die sich besonders dafür eignen, dem Ziel näher zu kommen, sexualisierte Gewalt zu verhindern. Publizierte Schutzkonzepte bleiben diesbezüglich nämlich vage. Unterschieden werden soll beispielsweise zwischen formaler Partizipation und Alltagspartizipation. Gefragt werden soll auch, welche Bedeutung allgemeine Überlegungen zu Partizipation, nach denen Partizipation zur Subjekt- und Identitätsbildung beiträgt und die Chancen für Selbstbestimmung und Verselbstständigung erhöht, für die hier skizzierte präventive Wirkung von Partizipation haben.

2. Einzelbeitrag - Oehler. Demokratische Orientierung als Wert professioneller Sozialer Arbeit: Angesichts der fortschreitenden Transformation kapitalistischer Gesellschaften und der damit verbundenen veränderten Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit, die sich insbesondere auch in Programmatiken und Neuregulierungen zeigen, die den Wert des Sozialen neu definieren und die aus professions- als auch demokratietheoretischer Perspektive als äusserst kritisch zu betrachten sind, stellt sich die Frage nach dem Stellenwert einer politischen bzw. demokratischen Orientierung als Wert professioneller Sozialen Arbeit heute dringend neu. Der Beitrag reflektiert Veränderungen in professionellen Hilfesystemen Sozialer Arbeit und pointiert den Wert einer demokratischen Orientierung für die Soziale Arbeit als eine mit dem Wert des Sozialen eng zusammenhängende Profession. Schlagworte: Gesellschaftspolitische Kontexte Sozialer Arbeit, Demokratie, professionelles Handeln, Theorie der Wertbildung.