Fanprojektarbeit im Spannungsfeld von Fanpartizipation und medialen Diskursen

Datum u. Ort

06.09.2018 - 15:15 bis 16:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: C3

Referent*innen

– Dipl.-Päd. Ricarda Bolten
– Fabian Fritz M.A.
– Julia Zeyn M.A.
– Jörg Hansmeier

Über die Referent*innen:

– Ricarda Bolten (Dipl.-Päd., Schwerpunkt Erwachsenenbildung) Promovendin, Technische Universität Kaiserslautern, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
– Fabian Fritz (M.A. Erziehungs– und Bildungswissenschaft, Schwerpunkt Kinder– und Jugendarbeit) Promovend, Universität Hamburg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, HAW Hamburg Pädagogische Leitung, 1910 e.V. – Museum für den FC St. Pauli
– Julia Zeyn (M.A. Politikwissenschaft, Geschichte, Germanistik) Promovendin, Universität Hamburg/Fachhochschule Potsdam Referentin, Koordinationsstelle Fanprojekte, Frankfurt
– Jörg Hansmeier, Dipl.-Päd., Mitarbeiter Fanprojekt Bielefeld

Thema

Solidarität – Gerechtigkeit – Emanzipation: Soziale Arbeit mischt sich ein

Schlagworte

Partizipation | Medienkompetenz

Nicht–institutionalisierte Partizipationsformen, wie Proteste und widerständige Praktiken, sind Bestandteil der sozialen Welt von aktiven Fußballfans und werden öffentlich wahrgenommen und dargestellt. Fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten und Top–Down–Dialogprozesse werden von Fans kritisch betrachtet und eigene Initiativen gegründet, die solidarisch über Rivalitäten hinaus politisch wirksam sein wollen. Sozialpädagogische Fanprojekte sollen mithilfe der verbindenden Wirkung des Fußballs und aufgrund ihres pädagogischen und gesellschaftspolitischen Auftrags Selbstorganisation unterstützen. Seit Beginn der 80er Jahre leisten sie aufsuchende Jugendsozialarbeit in der Fußballfanszene auf Grundlage des SGB VIII und des „Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit“ (NKSS). Hauptaufgabengebiete sind u.a. die Förderung einer positiven Fankultur, Demokratiestärkung und die Kommunikation mit den am Fußball beteiligten Parteien (Fans, Vereine, Ordnungsdienste, Polizei, Presse). Das Arbeitsfeld wird jedoch dominiert von machtvollen Interessensgruppen – Medien und Exekutivorganen des Staates – und ist dadurch ungewohnt öffentlich. Ausgehend von der praktischen Fanarbeit sowie der öffentlichen Darstellung von Fans und ihrer sozialen Welt in den Medien verknüpft der Workshop Vortragselemente mit einem interaktiven Programm. Dabei wird ein Bogen von der Darstellung der Fanprojektarbeit aus Praxissicht über die wissenschaftliche Einordung von Protesten und widerständigen Praktiken der Fans hin zu einer, für die Praktiker*innen in diesem Arbeitsfeld notwendigen, medien–(pädagogischen) Kompetenz gespannt. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen einen Blick in die soziale Welt der Fußballfans und der praktischen sowie wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas zu werfen.