Selbstverständnis, Fachlichkeit und Kooperationen professioneller Akteur*innen in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen

Datum u. Ort

06.09.2018 - 09:15 bis 12:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: D2

Referent*innen

- Prof.'in Dr. Melanie Kubandt
- Prof. Dr. Nikolaus Meyer
- Prof. Dr. Thorsten Bührmann
- Prof.'in Dr. Julia Schütz
- Nora Berner M.A.
- Dipl.-Päd./Soz.Päd. Ulrike Schmidt
- Prof.'in (i.R.) Dr.'in Maria-Eleonora Karsten

Über die Referent*innen:

− Workshopleitung: Prof.'in Dr. Melanie Kubandt, Prof. Nikolaus Meyer und Prof. Thorsten Bührmann
− Selbstverständnis: Prof.'in Dr. Melanie Kubandt (Uni Vechta) / Prof.'in Dr. Julia Schütz (FernUni Hagen): Selbstverständnis von pädagogischen Fachkräften vor der Folie von Geschlecht
− Fachlichkeit: Prof. Dr. Nikolaus Meyer (IUBH): Biografische Lernprozesse am Lebensende. Implikationen für die Praxis der Sozialdienste und Nora Berner, M.A. (FernUni Hagen): Demenz als biografische Bildungserfahrung
− Kooperationen: Prof. Dr. Thorsten Bührmann und Dipl.Päd./Soz. Päd.Ulrike Schmidt (beide MSH Medical School Hamburg): Kooperationen und Professionalisierung an der Schnittstelle Schule und Soziale Arbeit
− Kommentierung: Prof.'in (i.R.) Dr.'in Maria-Eleonora Karsten (Leuphana Universität Lüneburg) kommentiert das Verhältnis von Selbstverständnis, Fachlichkeit und Kooperationen von Professionellen in der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Transformationen

Form

Workshop

Workshop über zwei AG Phasen

Thema

Fachlichkeit – Kooperation – Selbstverständnis: Soziale Arbeit praktiziert

Schlagworte

Fachliche Kooperation | Professionalität | Empirie

Im Workshop werden zu den drei Kernbegriffen des Themenblocks jeweils empirische Ergebnisse aus eigenen Projekten, bezogen auf unterschiedliche Tätigkeitsfelder vorgestellt und anschließend bezogen auf das übergeordnete Kongressthema mit den Teilnehmenden zusammen gedeutet und interpretiert. Die Vorträge finden in Tandems statt, in denen immer auch ein*e Nachwuchswissenschaftler*in eingebunden ist. Die geplante Arbeitsgruppe „Selbstverständnis, Fachlichkeit und Kooperationen professioneller Akteur*innen in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen“ widmet sich den Themen Selbstverständnis, Fachlichkeit und Kooperationen von Professionellen im Feld der Sozialen Arbeit aus verschiedenen Richtungen und nimmt die einzelnen Themenschwerpunkte am Beispiel unterschiedlicher sozialpädagogischer Professionskontexte und vor dem Hintergrund empirischer Ergebnisse aus eigenen Projekten in den Blick. Die geplanten Vorträge werden von drei Tandems realisiert, die sich sowohl aus erfahrenen Wissenschaftler*innen als auch aus Nachwuchswissenschaftler*innen zusammensetzen. Hierdurch soll bereits in der Vortragsphase ein diskursiver Zugang realisiert werden.
Die Beiträge des ersten Tandems (Jun.-Prof.'in Dr. Melanie Kubandt / Prof.'in Dr. Julia Schütz) widmen sich der Frage des Selbstverständnisses von pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen am Beispiel von Geschlecht. Auf Basis von Teilergebnissen zu Geschlechterkonstruktionen pädagogischer Fachkräfte aus zwei unterschiedlichen Projektkontexten werden im Zusammenhang der gendered institution Kindertageseinrichtung empirische Perspektiven auf Weiblichkeit dargelegt und Geschlecht vor dem Hintergrund der Forderung nach mehr männlichen Fachkräften in sozialpädagogischen Arbeitszusammenhängen als relevanter Faktor für das professionelle Selbstverständnis diskutiert.
Prof. Dr. Nikolaus Meyer fokussiert in seinem Beitrag auf die Lernprozesse am Lebensende sowie deren Relevanz für ein System des lebenslangen Lernens. Soziale Arbeit beschäftigt sich verhältnismäßig selten mit dem Thema Tod. Dabei markiert der Tod die objektivierbare Grenze lebenslanger Lernprozesse. Auf der Ebene der Fachlichkeit werden aus den grundlagentheoretischen Erkenntnissen Implikationen für die Praxis der Sozialdienste abgeleitet.
Nora Berner, M.A. potenziert Meyers Thesen dadurch, dass sie Lern- und Bildungsprozesse von an Demenz erkrankten Menschen erforscht. In ihrer Promotionsstudie führt Nora Berner narrative Interviews mit Menschen mit Demenz. Ihr zentrales Anliegen besteht in der Beantwortung der Fragestellung, welchen Einfluss die Krankheit auf die Bildungsbiografie der Menschen hat. Die Erkenntnisse ihrer Untersuchung werden (möglicherweise) Folgen für den praktischen Umgang mit Demenzerkrankten haben.
Prof. Dr. Thorsten Bührmann und Dipl.-Soz.Päd. Ulrike Schmidt werden vor dem Hintergrund der Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojektes "Schule für alle" aufzeigen, wie Kooperationen zur Professionalisierung (sozial-)pädagogischer Fachkräfte beitragen können. Der Beitrag flankiert den Diskurs zur multiprofessionellen Teamarbeit an der Schnittstelle von Schule und Sozialer Arbeit.
Abschließend wird Prof.'in Dr. Maria Eleonora Karsten das Verhältnis von Selbstverständnis, Fachlichkeit und Kooperationen von Professionellen in der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund der Beiträge, aber auch vor der Folie aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen übergeordnet kommentieren und zukünftige Herausforderungen für Professionalisierungsprozesse in der Sozialen Arbeit zur Diskussion stellen.