Wer hilft Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, wenn etwas gewaltig schief läuft in sozialpädagogischen Einrichtungen?

Datum u. Ort

06.09.2018 - 15:15 bis 18:45

max. Teilnehmer*innen: 90

Raum: E4

Referent*innen

- Moderatorin: Dipl.-Päd. Stefanie Albus
- Dipl.-Päd. Dieter Reuter-Spanier
- Jürgen Wittkötter
- Dr. Thomas Mühlmann
- Kaija Kutter
- Herbert Scherer

Über die Referent*innen:

− Moderatorin: Dipl.-Päd. Stefanie Albus, Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft, AG 8 Soziale Arbeit

Teil I (15:15-16:45)
− Kaija Kutter, Journalistin bei der taz-Nord
− Herbert Scherer, Berliner Anlaufstelle, Beratungsstelle und Treffpunkt für ehemalige Heimkinder (ABeH)

Teil II (17:15-18:45)
− Dipl.Päd. Dieter Reuter-Spanier & Jürgen Wittkötter, Sozialarbeiter, Beratungs- und Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen e. V.
− Dr. Thomas Mühlmann, Technische Universität Dortmund

Form

Workshop

Workshop über zwei AG-Phasen (2x90 Minuten)

Thema

Planung – Steuerung – Kontrolle: Soziale Arbeit verwaltet

Schlagworte

Heimerziehung | Kinder- und Jugendhilfe

Eine Auseinandersetzung mit der Rolle von Presse, Selbsthilfegruppen und öffentlichen Kontroll- und Beschwerdestellen bei Rechtsverstößen und Ungerechtigkeiten in der Jugendhilfe.

Vor dem Hintergrund der vielfältigen (Heim-)Skandale in der Vergangenheit und Gegenwart muss sich die Jugendhilfe der unbequemen Frage stellen, ob sie die Kinder und Jugendlichen, für die sie sich zuständig erklärt und deren Entwicklung und Wohl sie zu fördern verspricht, ausreichend unterstützt und schützt – und zwar auch in den eigenen Einrichtungen und Angeboten. Angesichts der Diskussionsergebnisse der Runden Tische „Heimerziehung der 50er und 60er Jahre“ und „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ verwundert es nicht, dass die Forderung nach Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten Eingang in die Formulierungen des Bundeskinderschutzgesetzes gefunden hat (mit der Neufassung der §§ 45 und 79a SGB VIII). Aktuelle Forschungen und Praxisberichterstattungen verdeutlichen aber, dass es neben alltäglichen Defiziten an „echten“ Beteiligungsmöglichkeiten und einer adäquaten Bedarfsorientierung auch immer wieder zu schwersten Rechtsverstößen in den Einrichtungen kommt, die auch nach Bekanntwerden bei jugendhilfeinternen Kontrollinstanzen nicht sofort abgestellt und geahndet werden. Die Presse erscheint hier in einigen Fällen als „die letzte Rettung“ für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und ihre Familien. In dem insgesamt dreistündigen Workshop sollen die Potenziale und Grenzen der unterschiedlichen öffentlichen Kontrollinstanzen diskutiert werden: Im ersten Teil (90 Minuten) wird es um die je spezifischen Handlungslogiken jugendhilfe„externer“ Akteure gehen, die in der Vergangenheit Missstände in der Jugendhilfe aufgedeckt haben. Im zweiten Teil (90 Minuten) wenden wir uns den fach„internen“ Beschwerde- und Kontrollmöglichkeiten zu.