Ausbildung als Beitrag einer professionellen Identitätsentwicklung bei Sozial Arbeitenden?

Datum u. Ort

05.09.2018 - 17:15 bis 18:45

max. Teilnehmer*innen: 54

Raum: B245

Referent*innen

- Manuela Käppeli
- Dr. Katja Girschik
- Jeannine Hess
- Esther Bussmann

Über die Referent*innen:

Vortrag 1: Konstruktion und Konstitution beruflicher Identitäten (Arbeitstitel)
− Manuela Käppeli, Doktorandin EHS Dresden und Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Soziale Arbeit

Vortrag 2: Professionalisierung in der Ausbildung (Arbeitstitel)
− Dr. Katja Girschik, Dozentin, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften– Soziale Arbeit
− Jeannine Hess, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften– Soziale Arbeit
− Esther Bussmann, Dozentin, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Soziale Arbeit
 

Form

Workshop, Diskussion

Workshop 1,5-stündig mit zwei Input-Referaten + Diskussion

Thema

Bildung – Qualifizierung – Wissensproduktion: Soziale Arbeit lernt

Schlagworte

Professionalität | Persönlichkeitsbildung | Hochschulbildung

Die Soziale Arbeit in der Schweiz durchläuft seit den letzten 20 Jahren kontinuierliche Professionalisierungs- und Disziplinentwicklungsprozesse (Becker-Lenz, 2018). Sozial Arbeitende werden mit diesen Entwicklungen in unterschiedlichen Kontexten konfrontiert und stehen vor neuen Herausforderungen in der beruflichen Identitätsentwicklung (Thiersch, 2016). Auch an die Hochschulen für Soziale Arbeit stellen sich in diesem Kontext besondere Anforderungen. Ausgewählte Studien zeigen dabei, dass die Ausbildung einen geringen bis gar keinen Einfluss auf die professionelle Identitätsentwicklung nimmt (Ackermann & Seeck, 2000; Harmsen, 2004, Bourmer, 2009, Becker-Lenz & Müller, 2009 zu Habitus und Ausbildung). Hier setzt der Workshop an, indem das Wechselspiel zwischen Professionalisierung, professioneller Identität und Ausbildung fokussiert und den Fragen nachgegangen wird, welchen Beitrag die Ausbildung in Sozialer Arbeit an den Hochschulen bei der professionellen Identitätsentwicklung leisten kann und wie diese mithilfe von Professionalisierungsprozessen in der Ausbildung konkret unterstützen könnte.
Im ersten Teil stehen Konstruktionen und Konstitutionen beruflicher Identitäten von Sozial Arbeitenden im Zentrum. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern die Professionalisierungsprozesse bei der beruflichen Identitätsentwicklung der Sozial Arbeitenden Einfluss nehmen. Es werden erste Ergebnisse aus narrativen Interviews des Dissertationsvorhabens vorgestellt, die auf vielfältige Wechselwirkungen zwischen den beruflichen Identitätsentwicklungen und Professionalisierungsprozessen hinweisen. Bei der Konstitution von Identitäten durch die Befragten nehmen Ausbildung bzw. Ausbildungsstätten und die Akademisierung eine besondere Bedeutung ein.
Im zweiten Teil wird der Fokus auf die Ausbildung gelegt und das Modell «Professionalisierung in der Ausbildung» vorgestellt, das an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften für die Ausbildung in Sozialer Arbeit (BSc und MSc in Sozialer Arbeit) entwickelt wurde. Anhand dieser modelltheoretischen Sichtweise lassen sich Professionalisierungsprozesse innerhalb der Ausbildung sowie exemplarisch unterschiedliche Elemente in der Ausbildung aufzeigen, die eine professionelle Identitätsbildung der Studierenden fördern können. Die präsentierten Ergebnisse und Erkenntnisse der zwei Referate werden in einem ersten Schritt kommunikativ validiert und mit den Erfahrungen aus Deutschland in Kontrast respektive in Verbindung gesetzt. Anschliessend soll sich der Austausch insbesondere auf die Frage fokussieren, welche Bedeutung diese Ergebnisse für die Ausbildung und die Professionalisierung in der Sozialen Arbeit einnehmen.