Big Data & Künstliche Intelligenz: Die digitale Zukunft Sozialer Arbeit

Datum u. Ort

07.09.2018 - 09:15 bis 10:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: C1

Referent*innen

- Pascal Bastian
- Prof. Mark Schrödter
- Prof. Udo Seelmeyer
- Birte Schiffhauer

Über die Referent*innen:

− Pascal Bastian: Privatdozent im Fachbereich Humanwissenschaften der Universität Kassel;
− Mark Schrödter: Professor für Sozialpädagogik des Kindes- und Jugendalters an der Universität Kassel; Arbeitstitel Vortrag: Urteilsbildung und Entscheidungsfindung in der Sozialen Arbeit an der Schwelle zum „digitalen Zeitalter“ von Big Data Analytics
− Udo Seelmeyer: Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der FH Bielefeld, Arbeitsschwerpunkt Digitalisierung in der Sozialen Arbeit; Arbeitstitel Vortrag: Big Data und KI: Risiken erkennen, Chancen nutzen. Integrierte Technikentwicklung im Projekt MAEWIN
− Birte Schiffhauer: LfbA FH Bielefeld und Referentin für Digitalisierung im ASB NRW e.V., Arbeitsschwerpunkt: sozialpsychologische Perspektive der Mensch-Technik-Interaktion; Arbeitstitel Vortrag: Der Mensch im Mittelpunkt: Über die reflektierte Berücksichtigung sozialer und ethischer Implikationen bei der Einführung innovativer Technologien und digitaler Geschäftsprozesse in der Sozialen Arbeit
− Moderation: Udo Seelmeyer

Form

Workshop

Workshop 1,5-stündig

Thema

Expansion – neue Felder – Arbeitsbedingungen: Soziale Arbeit wächst

Schlagworte

Digitalisierung | Soziale Arbeit und Ethik

Die Nutzung von Big Data und künstlicher Intelligenz wird immer mehr Einzug in den Alltag der Sozialen Arbeit erhalten. So wird Soziale Arbeit zukünftig zum Beispiel zunehmend mit computergestützten Verfahren der Risikodiagnostik konfrontiert, die in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen unter dem Label »Big Data Analytics«, »Predictive Analytics« oder »Machine Learning« diskutiert werden. Es geht dabei um die Produktion und Nutzung riesiger, rasant anwachsender Datenmengen, bestehend aus einer Vielfalt an Datenquellen und Datenformaten, die in dem Maße, wie dieses Datenvolumen wächst, vollständig automatisiert verarbeitet werden können. Oft werden diese neuen digitalen Technologien unbemerkt genutzt oder nebenbei eingeführt. Eine reflektierte fachliche und ethische Betrachtung bleibt häufig aus. Der Workshop vermittelt systematisch Einblicke in die digitale Zukunft der Sozialen Arbeit und setzt sich genau mit diesen technischen Innovationen auseinander. Dazu geben Pascal Bastian und Mark Schrödter einen Überblick über den aktuellen Stand der Debatte des Einsatzes von Big Data und Künstlicher Intelligenz in der Sozialen Arbeit und reflektieren bisherige Umsetzungen. Ziel des Vortrages ist es, diese Technologie mit dem Spektrum der Verfahren zur Diagnose und Prognose von Zuständen und Ereignissen zu vergleichen, die der Sozialen Arbeit bisher zur Verfügung stehen, um die revolutionäre neue Macht, die von Big Data Analytics ausgehen wird, besser verstehen zu können. Zudem werden einige Anwendungsmöglichkeiten von Big Data Analytics für die Prognose von Misshandlung und Vernachlässigung im Kindesschutz illustriert und vor allem deren Gefahren für die Profession diskutiert. Udo Seelmeyer stellt das Projekt MAEWIN vor, welches das Ziel hat, Chancen und Risiken automatisierter Text- und Datenanalyse für evidenz-gestützte Handlungsempfehlungen im Feld sozialer Dienste zu prüfen. Er erläutert, wie sich im Zusammenspiel von Sozialer Arbeit und Informatik eine fachlich reflektierte Form von Technikentwicklung realisieren lässt. Daran schließt Birte Schiffhauer in ihrem Beitrag über die sozialen und ethischen Auswirkungen von innovativen Technologien und digitalen Geschäftsprozesse an. Sie stellt dar, wie sich die Risiken und Potentiale von innovativen Technologien vor deren Einführung und bei deren Entwicklung systematisch analysieren lassen, damit nur entsprechende Technologien in der Sozialen Arbeit eingeführt werden, die sich an den Bedarfen und Bedürfnissen der Menschen orientieren.