Kritische Perspektiven auf soziale Kategorisierungen, Differenzierungen und Zugehörigkeitsordnungen in der Sozialen Arbeit

Datum u. Ort

06.09.2018 - 09:15 bis 10:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: B2

Referent*innen

- Tillmann Kallenbach
- Prof.'in Dr. Rita Braches-Chyrek

Über die Referent*innen:

Transformationspotentiale migrationspolitischer Praktiken in der Sozialen Arbeit
− Tillmann Kallenbach (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) Kindheit in Familien mit Fluchterfahrung
− Prof.'in Dr. Rita Braches-Chyrek (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)

Form

Workshop

Workshop 1,5-stündig

Thema

Lebensform – Differenzen – Fallkonstruktion: Soziale Arbeit normalisiert

Schlagworte

Kinder- und Jugendschutz | Flucht/Asyl | Beratung

Professionelle Wahrnehmungen, Deutungen und Normierungen vulnerabler AdressatInnengruppen in der Sozialen Arbeit werden im Kontext unterschiedlicher Perspektivierungen diskutiert. Transformationspotentiale migrationspolitischer Praktiken in der Sozialen Arbeit. Geflüchtete sind erneut zu einer große Adressat*innengruppe in der Sozialen Arbeit geworden. Die Arbeit mit geflüchteten Menschen stellt Soziale Arbeit immer noch vor große Herausforderungen: Oft nur mäßig oder uneindeutig durch Sozialgesetzgebungen abgesichert, werden hier die Grenzen des Nationalstaats als Bezugsrahmen deutlich. Diese Grenzen werden aber auch auf einer individuellen Ebene sichtbar, wenn Fragen der Repräsentation offenbleiben. Zu diskutieren ist, wie sich Soziale Arbeit im Zuge der stattfindenden theoretischen und konzeptionellen Wiederausrichtung in diesen Fragen positionieren kann.
- Tillmann Kallenbach (Otto-Friedrich-Universität Bamberg). Kindheit in Familien mit Fluchterfahrung. Im Fokus des Beitrags steht die Frage, entlang welcher Differenzierungsachsen Adressierungen, Kategorisierungen und Hierarchisierungen im Rahmen der (bayerischen) Flüchtlings- und Migrationsberatung vorgenommen werden. Anhand empirischen Materials (qualitative Interviews sowie Analyse politisch-administrativer Dokumente) sowie einer Fallstudie wird analysiert, welche In-Bezug-Setzungen, Zuständigkeitserklärungen, soziale Positionierungen und Grenzziehungen sich hinsichtlich des institutionellen Ordnens identifizieren lassen und wie weitergehend hierdurch ein spezifisch sozialpädagogischer Raum für Kinder und ihre Familien konstituiert wird.
- Christina Müller (Otto-Friedrich-Universität Bamberg). Positionierungen und Grenzziehungen im Kinderschutz. In den Programmatiken, Programmen und Gesetzen zum Kinderschutz werden Kinder vorrangig als Schutzobjekte wahrgenommen. Durch die Einführung umfassender Präventionsketten sollen Kinder vor unzureichender Förderung und Vernachlässigung in allen Lebensbereichen geschützt werden. Damit einher geht die Neuregelung der Zusammenarbeit zwischen Allgemeinen Sozialen Diensten und Kindergärten (§8a SGB VIII) im Rahmen rechtlicher Regelungen zum Kinderschutz. Jedoch prägen interprofessionelle Differenzierungen in Entscheidungsbegründungen, unterschiedliche Prozesse der Wissensvermittlung und des Informationstransfers das alltägliche Handeln der Fachkräfte.