Pädagogische Professionalität gegen sexualisierte Gewalt – Perspektiven für Soziale Arbeit und Beratung

Datum u. Ort

05.09.2018 - 17:15 bis 18:45

max. Teilnehmer*innen: 36

Raum: B200

Referent*innen

- Katharina Kopp
- Gesa Bertels
- Michaela Quente
- Bernd Christmann

Über die Referent*innen:

− Katharina Kopp, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe „Pädagogische Professionalität gegen sexualisierte Gewalt“, WWU Münster, Titel des Beitrags: „An der Schnittstelle - Aufgaben von Schulsozialarbeiter*innen bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung“
− Gesa Bertels (wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe „Pädagogische Professionalität gegen sexualisierte Gewalt“, WWU Münster) & Michaela Quente (wissenschaftliche Mitarbeiterin Beratungsstelle Zartbitter Münster e.V.), Titel des Beitrags: „Kompetenzraum Fachberatungsstelle – (Aus)Wirkungen der Kategorie Geschlecht im Kontext sexualisierte Gewalt“
− Bernd Christmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Pädagogische Professionalität gegen sexualisierte Gewalt“, WWU Münster, Titel des Beitrags: „Sexualisierte Gewalt als Thema der Hochschullehre – Entwicklung und Erprobung eines didaktischen Moduls“

Form

Workshop

Workshop 1,5 stündig

Thema

Fachlichkeit – Kooperation – Selbstverständnis: Soziale Arbeit praktiziert

Schlagworte

Prävention | Sexualpädagogik | Professionalität

Welche Kompetenzen benötigen pädagogische Fachkräfte, um Kinder und Jugendliche gegen sexuelle Gewalt zu stärken, um die Anzeichen bzw. Folgen sexualisierter Gewalt zu erkennen und Hilfsangebote bereitstellen bzw. vermitteln zu können? Diese Kernfrage steht im Mittelpunkt von drei Forschungsprojekten, die in diesem Workshop ihre jeweiligen Perspektiven auf diese gemeinsame Ausgangsfrage fokussieren und gemeinsam entwickeln. Viele Meldungen auf Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung, die bei den Jugendämtern eingehen, erfolgen aus dem schulischen Raum. Schulsozialarbeiter*innen sind aufgrund ihrer Schnittstellenposition zwischen diesen beiden Systemen wichtige Akteur*innen im Kinderschutz. Eine empirische Bestimmung der Funktionen, die sie in Verdachtsfällen einnehmen, wurde erforscht und die spezifischen Aufgaben herausgearbeitet, die Schulsozialarbeiter*innen als zu ihrer beruflichen Rolle zugehörig beschreiben, die ihre Schnittstellenarbeit konturieren und Hinweise zur Einbindung in hochschulische Ausbildung geben. Zentrale Akteure bei entsprechenden Verdachtsfällen sind zudem Beratungsstellen bei sexualisierter Gewalt. Diese sind vielfach in einer spezifischen Zeit und aus spezifischen gesellschaftlichen Entwicklungen heraus gegründet worden (z.B. Betroffeneninitiativen, Frauen-/Männerbewegung). Inwiefern die Geschlechterdimension auch in ihrer heutigen Praxis eine Rolle spielt, untersucht ein partizipatives Forschungsprojekt, welches auf Grundlage der Forschungsergebnisse entsprechende Qualifizierungsformate für (zukünftige) Berater*innen in den spezialisierten Fachberatungsstellen entwickelt. Schulsozialarbeiter*innen, Fachkräfte in den Beratungsstellen, aber auch weitere Professionelle, die im Praxisfeld sexualisierte Gewalt arbeiten, sind zumeist in ihrer grundständigen wissenschaftlichen Ausbildung bislang kaum mit diesem Thema in Kontakt gekommen. Auf Grundlage eines im Verbund von fünf BMBF-geförderten Juniorprofessuren entwickelten Curriculums zum Thema „Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Institutionen“ wurden im Rahmen eines BMFSFJ-geförderten Projektes u.a. an der Universität Münster entsprechende Seminare erprobt, evaluiert und ein entsprechendes hochschuldidaktisches Konzept entwickelt. In drei Impulsvorträgen werden ausgewählte Ergebnisse aus diesen Projekten vorgestellt und diskutiert. Die drei Projekte sind allesamt Teil der Arbeitsgruppe „Pädagogische Professionalität gegen sexuelle Gewalt – Prävention, Kooperation, Intervention“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, deren Fokus auf der empirischen Fundierung aktueller Diskurse, einem praxisorientierten Wissenstransfer und einer entsprechenden Weiterentwicklung der pädagogischen Professionalität bei sexualisierter Gewalt liegt.