Digitale Zugänge zu Sozialer Arbeit. Entwicklungsbedarfe und Perspektiven für wohlfahrtsstaatliche Infrastrukturen

Datum u. Ort

05.09.2018 - 17:15 bis 18:45

max. Teilnehmer*innen: 60

Raum: C2

Referent*innen

- Dr. Thomas Ley
- Prof. Dr. Udo Seelmeyer
- Matthias Selle
- Stephan Groschwitz

Über die Referent*innen:

− Thomas Ley (Uni Bielefeld), Udo Seelmeyer (FH Bielefeld): Informationstechnologien im Kontext von Sozialer Arbeit und Sozialpolitik - Bestandsaufnahme, Funktionen und Perspektiven
− Matthias Selle (Landkreis Osnabrück; Vorsitzender Kommune 2.0 e. V.): Handlungsbedarfe und Entwicklungsperspektiven aus kommunalpolitischer Sicht.
− Stephan Groschwitz (Referat 'Familie im Digitalen Wandel, Digitalkompetenz' im BMFSFJ): Handlungsbedarfe und Entwicklungsperspektiven aus bundespolitischer Sicht.
− Moderatoren: Thomas Ley und Udo Seelmeyer

Form

Workshop

Workshop 1,5-stündig. 3 Impulsvorträge mit anschliessender Diskussion

Thema

Programmatiken – Neuregulierung – demokratische Beteiligung: Soziale Arbeit politisch

Schlagworte

Digitalisierung

Die Digitalisierung ist nicht nur quer durch alle beruflichen Sektoren, sondern auch in der Sozialen Arbeit mittlerweile in aller Munde. Dabei scheinen der weitreichende Einsatz der Informationstechnologien in sozialen Dienstleistungen und sein Einfluss auf Sozialpolitik und die Wohlfahrtsproduktion aber erst am Beginn ihrer Entwicklung zu stehen. Auch auf politischer Ebene kommt das Thema der Digitalisierung sozialer Dienstleistungen vermehrt auf die Agenda. So veröffentlichte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Juni 2017 ein Impulspapier mit dem Titel ‚Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft‘ (BMFSFJ 2017). Darauf bezugnehmend wurde gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege die Absicht erklärt, vor dem Hintergrund digitaler Transformationen sozialen Ausgleich und digitale Teilhabe sicherzustellen, die digitalen Möglichkeiten im Rahmen der Angebote der Wohlfahrtspflege konsequent zu nutzen, die dafür notwendigen dynamischen Prozesse von Organisationsentwicklung umzusetzen sowie durch die Finanzierung von Innovationsvorhaben zu befördern (vgl. BAGFW 2017). Verschiedene Berufs- und Fachverbände haben sich ebenfalls mit Blick auf die Gestaltung der Digitalisierung des sozialen Sektors positioniert (vgl. etwa der Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung, Finsoz 2016). Und schließlich gewinnt die Kommune als Ort sozialpolitischer Gestaltung wieder einen prominenten Platz in diversen sozialpolitischen Debatten (vgl. Brettschneider/Klammer 2017) und es existieren erste Ansätze, digitale Infrastrukturen vor Ort zu etablieren – etwa durch sozialräumliche Familieninformationssysteme, ein kommunales Bildungsmonitoring oder eine digitale Vernetzung im Kinderschutz. Im Workshop soll diskutiert werden, wie der Status Quo der öffentlichen Infrastruktur mit Blick auf die Ermöglichung digitaler Zugänge zu Sozialer Arbeit zu bewerten ist und welche Entwicklungsbedarfe und -perspektiven hier identifiziert werden. Dabei soll auch in den Blick genommen werden, welche Auswirkungen aktuelle politische und rechtliche Vorhaben zur Regulierung und Gestaltung von Digitalisierungsprozessen haben, wie etwa das Onlinezugangsgesetz, das bis zum Jahr 2023 für alle Bürger*innen den digitalen Zugang zu mehr als 500 Verwaltungsleistungen über einen einheitlichen Portalverbund von Bund, Ländern und Kommunen vorsieht. Der Eingangsvortrag von Thomas Ley (Uni Bielefeld) und Udo Seelmeyer (FH Bielefeld) verortet Informationstechnologien im Kontext von Sozialer Arbeit und Sozialpolitik und stellt ausgehend von einer kürzlich veröffentlichten Expertise Beispiele zur Nutzung von IT im Kontext sozialpolitischer Programme in NRW vor. Hierbei lassen sich vier wesentliche Funktionen unterscheiden, die Informationstechnologien erfüllen: (1) die Steuerung von Hilfesystemen, (2) die Vernetzung von Akteur_innen, (3) die Unterstützung von Fallarbeit und (4) die Einbindung von Bürger_innen bzw. Adressat_innen. In zwei weiteren Impulsvorträgen beleuchten Matthias Selle (Landkreis Osnabrück; Vorsitzender Kommune 2.0 e. V.) aus kommunalpolitischer Sicht und Stephan Groschwitz (BMFSFJ) aus bundespolitischer Sicht aktuelle Handlungsbedarfe und Entwicklungsperspektiven.